Zusammenleben von Hund und Katze

Ein friedliches Miteinander beider Tierarten ist möglich

17.09.2008 Julia Strelow

Forscher haben herausgefunden, dass unter gewissen Bedingungen Hund und Katze sehr wohl friedlich zusammenleben können

"Die sind ja wie Hund und Katz" lautet ein beliebtes Sprichwort, das seine Gültigkeit verlieren könnte. Wie Forscher der Universität von Tel Aviv herausfanden, können beide Tierarten nicht nur friedlich zusammenleben, sondern sogar das Kommunikationssystem des anderen erlernen.

"Wir waren wirklich überrascht, dass Katzen tatsächlich "Hündisch" sprechen können", sagt Professor Terkel.

Voraussetzungen für friedliches Zusammenleben

Allerdings sollten bestimmte Voraussetzungen gegeben sein, damit eine friedliche Koexistenz nicht den gesamten Haushalt auf den Kopf stellt: Je jünger die Mitbewohner, desto besser. Hunde sollten nicht älter als ein Jahr sein, Katzen höchstens halb so alt. Bisher geht die Wissenschaft davon aus, dass eine Katze, die bis zur siebenten Lebenswoche Gelegenheit erhält, sich auf die Lebwesen in ihrer Umgebung (ob Mensch oder Tier) einzustellen, sich am leichtesten damit tut. Wurde die Katze als erste in den Haushalt aufgenommen, ist dies ein weiterer Pluspunkt.

Kommt ein Hund als Welpe ins Haus, muss darauf geachtet werden, dass ihn die - womöglich schon ältere - Katze nicht heillos unterdrückt. Dies kann zur Folge haben, dass der Hund entweder ängstlich und introvertiert reagiert, oder sich zum Katzenhasser entwickelt, der alles jagt, was nach Katze aussieht oder riecht. Wird der Hund aus dem Tierheim geholt, sollte man sich genauestens darüber informieren, ob eine Antipathie oder schlechte Erfahrungen Katzen gegenüber besteht.

Gleiche Zuwendung für jedes Tier ist wichtig

Eifersucht kann das Zusammenleben erheblich erschweren. So wie ein Kind eifersüchtig reagiert, wenn plötzlich ein Baby im Haus auftaucht, kann dies auch beim Haustier passieren. Man sollte also tunlichst vermeiden, das eine Tier im Bett schlafen zu lassen, und dies dem anderen zu verwehren. Laut einer Umfrage von Immowelt.de unter 1000 Befragten haben 21 Prozent kein Problem mit dem Haustier im eigenen Bett. Knapp 60 Prozent gewähren ihm Eintritt ins Schlafzimmer. Jedoch sprechen sich 41 Prozent vehement gegen Tiere im Schlafzimmer aus.

Vor allem anfangs sollte man sich besonders um die Belange des "alten" Haustieres kümmern, damit es nicht eifersüchtig wird und womöglich versucht, den Konkurrenten mit allen erdenklichen Maßnahmen zu vertreiben.

War der Hund das erste Tier im Haushalt, hängt sein Verhalten der Katze gegenüber nicht unwesentlich von seiner Erziehung ab. War diese erfolgreich, wird er die Katze recht schnell zum "Privateigentum" seines Herrchens zählen und akzeptieren - was nicht unbedingt für Katzen außerhalb des Haushalts gelten muss.

Tierkrankenversicherung kann generell sinnvoll sein

Auch für den Fall, dass Hund Katz sich in die Wolle kriegen, ist eine Tierkrankenversicherung ganz ratsam, jedenfalls wenn es nach dem Willen deutscher Versicherungskonzerne geht. Da in Deutschland bislang nur etwa 230.000 Hunde und Katzen versichert sind (von 13,3 Millionen) sehen die Versicherer großes Potential. Letztendlich muss das jeder Halter selber entscheiden. Da Tiere in unserer Gesellschaft immer mehr zu wichtigen Bezugs-"Personen" für ihre Besitzer werden, sind viele bereit, für ein gebrochenes Bein oder Operationen bei inneren Verletzungen den ideellen Wert über den materiellen zu stellen, auch wenn sie sich dies eigentlich nicht leisten können.

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Hund, Pixelio/vom Berch Hund
   
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